Nachdem wir mit ein wenig Verspätung am Dortmunder Flughafen losgeflogen sind, kamen Thorben und ich gegen 19 Uhr großbritannischer Zeit in Edinburgh an. Dort erwartete uns auch gleich das “University of Edinburgh Welcome Team”. Einen kleinen langhaarigen lustigen Menschen von der Uni haben wir dann auch direkt angesprochen. Dieser hat uns netterweise zu dem Stand der Uni Edinburgh gebracht, wo ich erst einmal ein WelcomePack mit Stadtplan in die Hand gedrückt bekam. Ein Informatikstudent zeigte uns wie wir zu unserer Jugendherberge kommen, was wir aber bereits wussten. Aber die Flasche Wasser, die wir geschenkt bekamen hat sich gelohnt. Also nahmen wir den Bus an Stand 19. Dieser war ein Doppeldeckerbus, nichts ungewöhnliches. Diese haben jedoch leider oben keine Scheibenwischer… Bisher bin ich nämlich ausschließlich mit Doppeldeckerbussen gefahren. Wie in Dublin bedankt man sich hier nach der Fahrt bei dem Busfahrer. Nicht wie in Dublin fahren die Busse hier regelmäßig. Also fuhren wir los und Thorben fiel auf: “Achja, die fahren hier ja links.” Wenn man im Bus sitzt kann man sich eigentlich recht schnell daran gewöhnen, schwieriger ist es aber eine Straße zu überqueren: nicht wie im
Kindesalter gelernt: links, rechts, links schauen. Nein, umgekehrt. Jedesmal muss man wieder nachdenken: Also wo würde ein Auto um die Ecke kommen können: Ach hier ja… Die Jugendherberge war dann auch wirklich wie in der Email beschrieben 30 m von der Bushaltestelle entfernt. Wir wohnen hier nun in einem 16-Mann Zimmer, das jedoch nur mit 6 Menschen inklusive uns belegt ist. Direkt am ersten Abend begaben wir uns dann auf einen Spaziergang in Richtung des schöner anmutenden Teils der Stadt – Richtung Innenstadt. Nicht nur die Doppeldeckerbusse auch die Taxen sehen klischeehaft aus. Das gleiche Modell wie vor 50 Jahren fahrend, fallen Taxifahrer mit ihrem Gefährt sofort auf unter all den anderen Autos, die man auch bei uns in Deutschland überall findet. Also, wir gingen spazieren: und fanden und plötzlich auf einem alten Friedhof neben einer Kirche wieder. Der anliegende wunderschöne Park hatte leider bereits seine Tore geschlossen, also schauten wir durch. Da es wirklich unbeschreibbar toll aussah, schaut euch einfach in den nächsten Tagen mein flickr-Album an.
An der Princess Street, einer der Hauptstraßen der Stadt, an welcher auch der Park liegt, standen nur wenige Meter voneinander entfernt 2m-lange Holzbänke, gesponsert von Menschen, die damit ihrer verstorbenen Angehörigen gedenken wollen. An jeder Ecke steht eine Statue und auf den großen Kreuzungen riesige Steinmeisterwerke. Alle Häuser haben hier -nicht so wie in Trondheim- die gleiche “Farbe” – grau-dunkel. Dennoch ist hier alles sehr ästhetisch. Prachtvollere Mehrfamilienhäuser haben Wohnungen im Keller, die aber auch eine eigene Haustür haben. So hat jedes Haus auf Erdbodenhöhe eine Brücke zur Haustür und Treppen nach unten. Bilder dazu wirds auch geben. Was mir ja besonders gefällt sind die bösen schwarzen Zäune mit den todsicheren spitzen Spitzen. Diese muss man natürlich haben, damit kein Gast in den Keller fällt.
Hier regnet es bisher wirklich die ganze Zeit. Habe noch nicht einen Sonnenstrahl gesehen. Allerdings fisselt es auch eher als dass es regnet. Wenn man nur ein paar Häuser weiter möchte, braucht man also nicht unbedingt einen Regenschirm. Aber selbst Thorben denkt darüber nach sich einen zu kaufen. Außerdem denke ich, dass ich mir hier doch kein Rad kaufen werde. Seit Sonntag haben wir 2 Radfahrer gesehen. Es regnet ununterbrochen. Die Stadt ist voller Busse. Die Busse teilen sich den Aufdrucken auf der Straße nach zu urteilen die Fahrbahn mit den Radfahrern. Man sieht leicht, wer hier wen verdrängt zu haben scheint. Es herscht Linksverkehr. Da keine Radfahrer da sind, kann man nicht durch zuschauen lernen, wo man denn eventuell überhaupt als Radfahrer fahren könnte. Die Busstreifen sehen wenig fahrradfahrerfreundlich aus.Genung Gründe um sich eine Monatskarte zu kaufen, haben wir uns gedacht und sind nun stolze Besitzer eines RFID-Chips.
Was “Freshers’ Week”-Aktivitäten angeht, habe ich noch nicht viel getan. Nur eine University-Tour auf der ich sofort als Cognitive Science-Student aus Osnabrück erkannt wurde. Ein Mädchen, welches hier ihren Bachelor in Mathe macht, hatte auch überlegt CogSci zu studieren. Sie meinte sie hätte noch nie zuvor einen CogSci gesehen aber sofort gewusst, dass ich einer bin. Lustig sowas.
Heute haben wir den ersten Lidl entdeckt, aber nichts eingekauft. Dort gab es allerdings “german bread”. Nirgendwo sonst haben wir Brot gesehen, das nicht weich wie Toast war. Witzigerweise war es sogar in der gleichen Verpackung wie das in Deutschland, es hatte einen deutschen Namen, die Beschreibeung und die Zutatenliste waren auf Deutsch. Sehr oft findet man hier zwar “brown bread”, das sieht aber eher aus wie etwas zu lang im Ofen gewesene weiche Brötchen.
Da ich den ganzen Tag Mails an Wohnungsanbieter oder Flatmatessuchende schreibe oder Räume besichtige, hatte ich bisher leider wenig Zeit die Stadt zu erkunden. Einen Buchladen fanden wir allerdings schon.
Mir gefällts hier. Hätte nun noch gerne ein Zimmer zum wohnen. Das war nun ein schneller erster Überlblick über meinen ersten Eindruck. Besser formulierte, übersichlichere und witzigere Artikel werden dann hoffentlich bald folgen…



Coxis sind eben doch eine andere Spezies
Warte, bis du erst in den VLs durch Fragen auffällst, die keiner versteht.
Kenne das Problem. Ich wünschte ich hätte auch einen Lidl …